Connecting Humans DE

Die neue SelbstWIRksamkeit

Kennt ihr eigentlich eure aktiven Netzwerke?

Formell betriebene Netzwerke im Unternehmen sind immer noch so ein Mysterium. Das Phänomen: Ganz viele Menschen sind Teil von ihnen, ohne sich Gedanken über das Netzwerken zu machen. Also übers NetzwerkEN. Weil: Nur dabei zu sein heißt nicht vernetzt zu sein. Das Problem: Menschen tun Dinge nur, wenn sie einen persönlichen Vorteil haben. Wie kriegen wir diese Netzwerke also aktiv? Welchen Vorteil hat das aktive Netzwerken für die Menschen selbst? (Die Vorteile für die Unternehmen haben wir im letzten Artikel beschrieben). Zum Beispiel: Viele Organisationen haben inzwischen Frauennetzwerke. Doch: die straucheln oftmals aufgrund Mangel an aktiver Beteiligung und sind keine Selbstläufer, sondern werden zentralseitig und von ganzen Teams betrieben. Obwohl oft tausende Frauen im Netzwerk versammelt sind, ist die Beteiligung zumeist von den gleichen Personen. Also: Was tun? Ein Ansatzpunkt ist zu schauen, was es bereits für Netzwerke gibt – die natürlich gewachsen sind und von ganz allein funktionieren. Der Effekt: Wir lernen mehr über die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden, als wir jemals gedacht hatten. Und dann gilt es, den richtigen Umgang damit zu finden.
   

Informelle Netzwerke: Wie Themen Menschen verbinden

Das ist nichts Neues: Es ist wichtig, Menschen zu einem Thema zusammenzubringen, damit sie gemeinsam an diesen Themen arbeiten können. Letzten Endes ist ein Netzwerk also nichts anderes als ein Team. Allerdings, egal ob Team oder Netzwerk: Wenn vor dem Hintergrund der Diversität nur die gleichen Menschen drin sind, hilft das weder den Themen noch den Menschen selbst weiter. Ein schönes Beispiel ist die LGBTQIA+-Community in Unternehmen: Sie sind oftmals ein informelles Netzwerk. Ein informelles Netzwerk ist ein soziales Netzwerk, das auf persönlichen Beziehungen und Interaktionen basiert, anstatt auf formellen Regeln und Strukturen. Es handelt sich um eine Zusammenkunft von Menschen, die aufgrund gemeinsamer Interessen, Erfahrungen oder Aktivitäten miteinander verbunden sind. Informelle Netzwerke entstehen oft spontan und sind nicht durch formelle Regeln oder Hierarchien definiert. Wenn wir jetzt unternehmensseitig sagen: Kommt, lasst uns ein formelles Netzwerk gründen und laden alle, die sich als Mitglied dieser Community identifizieren, ein, sich daran zu beteiligen – dann haben wir aus einem informellen Netzwerk ein formelles gemacht. Das ist ein bisschen so, als ob wir auf einer Party plötzlich das Deckenlicht anschalten. Und plötzlich hat keiner mehr Lust, laut oder offen miteinander zu reden. Statt das Deckenlicht einzuschalten, sollten wir andere Dinge tun: Vielleicht einen größeren Saal zur Verfügung stellen, damit mehr Platz auch für die Menschen ist, die sonst nicht auf dieser Party gewesen wären. Andere Musik spielen. Themenabende. Weiterbildungen. Andere Eventformate. Doch zunächst schauen wir mal, welche Parties es so alles gibt.
 

Welche Netzwerke gibt es sowieso?

Kennt ihr das Eh-Da-Netzwerk? Das ist in Vertriebsseminaren immer ein kleiner Witz, der aber durchaus ernst gemeint ist: Es geht darum, das Netzwerk, das eh da ist, zu nutzen. Was also für den Vertrieb gilt, gilt für HR und andere genauso: Welche Netzwerke gibt es? Hier eine sicherlich unvollständige Liste, die euch zur Inspiration dienen soll, welche Netzwerke in eurer Organisation vermutlich vorhanden sind: 

  1. Innovationsnetzwerke: In diesen Netzwerken sind Menschen, die gern Neues ausprobieren und sich in der Kantine über Ideen, innovative Lösungen und Produkte austauschen – ja, oftmals informell und freiwillig. Die “Jungen, Wilden, Kreativen“ finden oftmals schnell zueinander.

  2. Frauennetzwerke: In letzter Zeit wieder mehr im Fokus: Aus diesen Netzwerken formelle Netzwerke zu machen, um weibliche Mitarbeitende und Führungskräfte zu unterstützen. Leider bleiben sie als formelle Netzwerke oft sehr passiv.
     
  3. Corporate Influencer: Dies sind Mitarbeitende, die aufgrund ihrer Fähigkeiten, Fachkenntnisse und Persönlichkeit eine starke Präsenz innerhalb und außerhalb des Unternehmens haben und als Meinungsbildner fungieren. Unterstützt sie unbedingt!
     
  4. Expat-Netzwerke: Hier vernetzen sich Menschen, die die Erfahrung einer anderen Herkunft haben und beruflich für das Unternehmen im Ausland eingesetzt sind. Sie unterstützen sich gegenseitig bei der Integration in das Unternehmen – und in die lokale Gemeinschaft.

  5. Mentoren-Netzwerke: Diese Netzwerke verbinden erfahrene Mitarbeitende mit jüngeren oder weniger erfahrenen Kolleg:innen, um Karriereentwicklung und berufliches Wachstum zu fördern. Spannend wäre ein formales Netzwerk zu entwickeln, das Reverse-Mentoring praktiziert: Die jungen Mitarbeitenden helfen den Älteren und vice versa.
     
  6. Interessengruppen-Netzwerke: Diese Netzwerke bringen Mitarbeitende mit ähnlichen Interessen und Hobbys zusammen, um gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen und zu vernetzen. Vielleicht habt ihr eine Laufgruppe?
     
  7. Trainee- und Azubi-Netzwerke: Wir erinnern uns alle an die Zeit, als wir noch am Anfang unseres Berufslebens standen. Und natürlich haben wir uns da mit den anderen in der Organisation vernetzt. Gucci hat übrigens dieses Netzwerk genutzt, um seinen Vorsprung gegenüber Prada auszubauen, da sie so eine Gruppe Menschen und deren Wissen und Können angezapft haben, um das eigene Bord zu beraten und innovativer zu werden.
     

Wir sehen: Netzwerke sind normal, aber nicht normal ist, dass sie auch aktiv sind.

Was wir von Connecting Humans immer und immer wieder erleben: In den meisten formellen Netzwerken geht es häufig nur darum, auf Events hinzuweisen oder unternehmensseitig bzw. zum Thema selbst zu informieren. Oder kennt ihr das Phänomen in LinkedIn-Gruppen: Viele Mitglieder posten dort ihren eigenen Beitrag, um ihre Reichweite zu erhöhen? Merkt euch bitte eines: Netzwerke sind NICHT dafür da, die eigene Agenda zu pushen. Das ist sehr nervend und kann die ganze Party ruinieren. Übrigens gilt das auch am englischen Hof: Man darf den König niemals langweilen, indem man nur von sich erzählt. Interessante Menschen sind interessierte Menschen. Also lautet die wichtigste Regel: Fragt nach, zeigt Interesse und bietet eure Hilfe an. Dann entfalten Netzwerke die geballte Kompetenz, die sie nun mal haben, wenn verschiedene (!) Menschen zusammenkommen. Von- und miteinander lernen, sich helfen und unterstützen. Wer es noch genauer wissen möchte – der nächste Blog Post kommt bald. Oder sprecht uns an, Netzwerke sind unsere Leidenschaft und wir haben schon so einige wiederbelebt bzw. neu aufgesetzt, ausgebaut und betrieben. 🙂